Bürgerverein „St. Johannes“ Pütz e.V.

Die Sägemühle von Pütz

Die (...Säge- und (Caffe-) mühle von 1793...) ist auf einem (...älteren Gebäude aus dem 17. Jahrhundert in Ortsmitten von Puthze...) dem heutigen Pütz, das urkundlich 1194 erwähnt wurde, gebaut worden.
Der (...Abreiss der Sägemühle...), die nach Urkunden die (...einzige im Erftlanden...) Köln- Rheinprovinz war, erfolgte (...1861...) durch den Mühlenbaumeister Herbert Laasch aus Sudwalde. So gehörte die Pützer Sägemühle dem Herzog von Jülich als Landesherren und war von diesem (...in Zeitpachten gegeben worden...). Der Herzog ließ sie dem Meistbietenden gegen einen Jahreszins von (...Klafter?...) in Erbpacht geben.
Der frühere (...Mahlgang der Puthzer Mühle...) wurde bei geringerer Wasserzufuhr für Caffee und (...Grütze benützet...). Es (...deucht...), dass der Schrotgang als Graupen und Grützmahlwerk galt. Es waren vorwiegend Mahlgänge für Schrot. Wegen des häufigen Wassermangels war die Mühle oft eine (...stillgestandene Gemeindemuhl...).

Das untere Drittel der Mühle - Grundstock - war aus sorgfältig behauenen Bruchsteinen gebaut - die oberen Drittel bestanden aus (...Backstien...) mit vorgesetztem Ziegelverband, teilweise aus verbrettertem und geschindeltem Holzfachwerk auf steinernem Unterbau. Sie war ursprünglich mit der zeitgemäßen Technik der Sägemühlen ausgestattet.

Vor der Einführung des Mühlenzwanges durch die preußische Regierung ging die Sägemühle mit unterschlächtigem Wasserrad 1795 in Betrieb. Eine Inschrifttafel bezeugt (...den Pacht der Muhl...) FLWR 1795 (Friederich Leinhard Wilhelm Rex) am Ende des 18. Jahrhunderts.

Die Mühle war säge- und mahlfähig mit Kollergang (...die Treibspendel war ein Festverband mit Schiebezeug..) Das Sägewerk, das weitgehend erhalten war, wurde nach dem (...Abreiss...) (...1861...) an die Ellenburger Mühle in Fiestel, Kreis Minden Lübbecke übertragen.

Anmerkung:
Die Ellenburger Mühle, Wassermühle von 1781 in Fiestel an der westfälischen Mühlenstraße, ist heute noch vorhanden, aber nicht mehr in Betrieb. Sie ist ursprünglich die Erbpachtmühle des Gutes Ellerburg. Sie besitzt zwei Mahlgänge und einen Graupengang. Ab 1905 gab es dort ein Sägewerk. Zeitweise gab es den Einsatz der Wasserkraft für den Betrieb eines kleinen E-Werks, dessen Einrichtung noch vorhanden ist. Früher war sie auch eine Öl- und Zichorienmühle.

Sägemühlen sind eine Erfindung der Antike und zuerst bei den römischen Autoren Plinius und Vitruv genannt. Die ersten Nachrichten über Sägemühlen stammen aus dem Frühmittelalter. Arabische Schriftsteller des 9. Jahrhunderts erwähnen sie aus dem vorderen Orient. Diese Sägemühlen waren aber noch sehr einfache Vorrichtungen mit an der senkrechten Achse unterhalb des Werks angebrachten Wasserschaufeln, also noch keiner Übersetzung.
Der erste sichere Sägemühlenbeleg aus Deutschland stammt vom Niederrhein. 1253 wird den Zisterziensern des Klosters Kamp erlaubt, eine Sägemühle zu bauen. Die gewerblichen Mühlen des Rheinlands waren bis zur französischen Besatzungszeit landesherrlicher Besitz. Sie wurden vom Landesherren oder adeligen Unterherrschaften "zur Pacht ausgetan".


Säge- und Caffeemühle aus Pütz (Bedburg) um 1844 Jülich-Kleve-Berg (Rheinlandarchiv)

Zeichnung
Längsschnitt
Zeichnung
Querschnitt

Herr Jäschke 1951 vor dem Haus der Mühle. Es war von 1949 bis 1982 in seinem Besitz. Heutiger Besitzer ist die Eigentümergemeinschaft von Wershofen und Faßbender.

Foto
Herr Jäschke vor dem Haus der Mühle
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Luftaufnahme

Quellen:
Zippelius, A., Die Sägemühle aus Pütz,
Rheinland Verlag, Köln 1957

Wort und Bild-Archiv Konradin M. von Wershofen, Bestand Pütz/Bedburg 1984


Links

Konradin von Wershofen

Mühlenverband Rhein-Erft-Rur